2017 lernte ich das „Barcamp-Format“ kennen. Als eine Veranstaltung, zu der Menschen zusammenkommen, um gemeinsam über Themen zu sprechen. In diesem Blogbeitrag beschreibe ich meine ganz persönlichen Erfahrungen.

 

Mein erstes Barcamp

 

Bis zum Sommer 2017 kannte ich den Begriff und Bedeutung eines Barcamps nur theroretisch als Werkzeug des Wissensmanagements.

 

An einem Samstag im Juni änderte sich das nachhaltig. Für das Wochenende hatte ich mich zu meinem ersten Barcamp angemeldet. Dem Barcamp Koblenz.

 

Jeder Teilnehmer hatte beim Empfang drei Hashtags ausgewählt, die für das standen, was sein Thema war. Ich habe spontan #digitale Selbst-Organisation, #Paperless und #Minimalismus ausgewählt.

 

Nun stellte sich jeder(!) kurz vor. Mit Namen und den besagten Hashtags. Bei ca. 100 Teilnehmern dauerte das seine Zeit…

 

Wer wollte, konnte nun auch direkt einen Beitrag anbieten. So wird aus dem Teilnehmer der Teilgeber 🙂

 

Bei jedem Beitrag wurden die übrigen Teilnehmer nach Ihrem Interesse gefragt. Bei Interesse wurde für den Beitrag ein Raum je nach Anzahl der Meldungen und eine Uhrzeit gewählt und in den Session-Plan eingetragen.

Und dann ging es auch schon los.

 

Vielfalt der Beiträge

 

Beeindruckt haben mich an diesem Tag unter anderem die Vielfalt und Bandbreite der Beiträge. In einem Beitrag hatte eine Teilgeberin lediglich eine Frage mitgebracht und diskutierte mit uns über diese. Im nächsten Beitrag gab es einen Frontalvortrag vom Vorstand der Westerwald Bank. Im dritten Beitrag wurde ein Workshop durchgeführt, bei dem jeder mitmachen konnte. Mein Learning: Ein Barcamp erlaubt nahezu alles zu einem Thema.

 

Offenes, kreatives Klima

 

Das Klima an diesem Wochenende war sehr locker und angenehm. Wir waren alle per Du. Jeder sprach mit jedem. Wir saßen zusammen und kamen mit unheimlich vielen Menschen in lockere Gespräche. Jeder erzählte ein wenig von sich. Was ihn zum Barcamp gebracht hatte. Was er sich erhoffte. Was er beizutragen hatte. Gerade diese Offenheit von Menschen die sich vorher völlig fremd waren habe ich noch auf keiner Veranstaltung in einem anderen Format so erlebt.

 

Am Abend des ersten Tages war ich völlig geflasht. Vom Spirit, was dieses Format möglich macht.

 

So schnell wurde ich vom passiven Teilnehmer zum Teilgeber

 

Am nächsten Morgen beschloss ich spontan, auch einen Beitrag anzubieten. Diese Spontanität wäre bei keinem anderem mir bekannten Format möglich gewesen. Denn dort wird immer ein fertiger, bis zu einem gewissen Grad perfekter Vortrag erwartet. Das kann natürlich beim Barcamp auch so sein. Muss es aber nicht. Daher habe ich meinen Vortrag morgens auf meinem iPad, auf der Couch bei einer Tasse Kaffee erstellt. Da ich keine Zeit für Bilderrecherche hatte, habe ich kurzerhand Symbolbilder selber gezeichnet. (Und glauben Sie mir, zeichnen ist nicht meine Stärke… 😉 )

 

Zu meinem Vortrag kamen ca. 10 Leute, das reichte mir für meinen „unperfekten“ Vortrag vollkommen aus. Da es in dem Raum Probleme mit dem Beamer gab, haben wir uns kurzerhand um mein iPad herumgesetzt und ich habe meinen Vortrag gehalten. Auch hier war die Stimmung eine ganz besondere. Fast alle Teilnehmer beteiligten sich mit eigenen Erfahrungen, Vorschlägen und Feedback. Mit einigen der Teilnehmer habe ich auch nach diesem Tag noch weiter Kontakt gehabt.

 

 

Was macht ein Barcamp so besonders?

 

Ein Barcamp ist so ziemlich das Gegenteil einer Konferenz mit festen Vorträgen und hundertprozentiger Planung.

 

Zwar gibt es im Vorfeld meist schon einige Angebote für Beiträge. Diese sind aber eher dafür gedacht, dass potentielle Teilnehmer sich vorstellen können, was Thema des Barcamps sein könnte. Das eigentliche Programm entsteht dynamisch am Morgen der Veranstaltung aus den Angeboten der Teilnehmer, die auch Teilgeber sein möchten und der Nachfrage der Teilnehmer.

 

Diese Spontanität, verbunden mit dem Nichtanspruch der Perfektion macht unterschiedlichste Beiträge möglich. Vom klassischen Vortrag über Workshops bis hin zu offenen Diskussionen zu einem Thema.

 

Durch die Dynamik und Unperfektheit, verbunden mit dem bei Barcamps normalen „Du“ entsteht eine ganz besondere, sehr positive Stimmung.

 

Was kann man von einem Barcamp erwarten? Und was nicht?

 

Was können Sie von einem Barcamp erwarten? Auf jeden Fall verrückte, unkonventionelle und kreative Ideen. Diskussionen auf Augenhöhe. Sie erleben, wie Menschen die Plattform nutzen und wachsen. Wie Menschen sich verbinden und auch über das Barcamp verbunden bleiben.

 

Was kann man nicht erwarten? Vorher definierte Ergebnisse. Durch die spontanen Zusammenkünfte und die kreative Brainstorming-Atmosphäre wird nicht unbedingt ein Protokollführer ernannt. Daher besteht die Gefahr, dass Ergebnisse nicht festgehalten, weitergegeben, umgesetzt werden. Das war zu mindestens mein ganz persönlicher Eindruck bislang.

 

Termine in der Region

 

24.03.2018, Barcamp Hachenburg

Weitere Infos >> www.barcamp-hachenburg.de

Dieses barcamp ist ein ganz besonderes Herzensprojekt. Es geht um Hachenburg! Und wir dürfen dieses barcamp begleiten und freuen uns schon sehr darauf!

 

08.-09.06.2018, Barcamp Koblenz
Thema: Digitale Kommunikation

Weitere Infos >> www.barcamp-koblenz.de

Auch dieses barcamp hat einen festen Platz im Terminkalender. Ich werde dort auch sicher wieder einen Beitrag anbieten. 🙂

 

Eine Liste der aktuellen Barcamps gibt es hier:  www.barcamp-liste.de

 

Weiterführende Links

 

Weiterführende Infos zu barcamps gibt es hier:

 

Was ist ein Barcamp? Video von Jan Theofel >>  www.theofel.com/barcamp/was-sind-barcamps.html

 

Lustiges Erklärvideo auf youtube >> Was ist ein Barcamp? Einfach erklärt!

 

Und natürlich seriös auf Wikipedia >> https://de.wikipedia.org/wiki/Barcamp

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